Inhaltsbereich

Mangelernährung und Tumorkachexie

Die tumorassoziierte Mangelernährung ist eine wesentliche Ursache für die Morbidität und Mortalität von Tumorpatienten. Der Gewichtsverlust beginnt oft schon vor Diagnosestellung, häufig führt er auch zur Diagnose.

Die nicht kompensierte Mangelernährung kann sich zur Tumorkachexie entwickeln, die durch den Verlust von Muskelproteinen (niedriger Albumin-spiegel), Fettabbau und evtl. erhöhte Blutzuckerwerte gekennzeichnet ist. Gründe dafür liegen in einer katabolen Stoffwechselsituation des Patienten, Appetit- und Gewichtsverlust durch die antitumoralen Therapien, evtl. Passsage-behinderungen sowie in einem gesteigerten Energiebedarf durch die erhöhte Stoffwechselrate des Tumors. 

Die Tumorkachexie

  • führt zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität und zur Verschlechterung der Prognose
  • beeinflusst das Ansprechen auf Therapien und die Überlebenszeit
  • erhöht die Komplikationsrate

Das erfordert längere Krankenhausaufenthalte, höhere Therapiekosten und stellt somit nicht nur eine starke Belastung für den Patienten, sondern auch eine ökonomische Belastung dar.

Fazit:

  • Frühzeitige Ernährungsberatung (um die Möglichkeit der natürlichen Nahrungsaufnahme so lange wie möglich zu erhalten)
  • Frühzeitige Ernährungstherapie
  • Regelmäßige Gewichtskontrollen und BMI-Messungen 

Ziel der medizinischen Ernährungstherapie ist, den Mangel an Nahrung zu ersetzen. Dabei wird der Tagesenergiebedarf eines Tumorpatienten mit ca. 25-30 kcal/kg KG zugrunde gelegt.